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Die 20. Jahrestagung von ALBiREO

Eine auf der VESTA im Jahr 2019 entwickelte Zeitmaschine spielte uns kürzlich folgende Zeitungsausschnitte zu. Es scheint um die 20. Jahrestagung von ALBiREO zu gehen, die im Juni 2021 auf der weltberühmten MASO (Mobile Astro-Station Oesterreich) stattgefunden werden geworden haben geworden sein wird...
 


20 Jahre ALBiREO



Kaiserschmarrn einmal anders, nämlich als Tatmotiv: Birgit Kremer wurde von den örtlichen Sicherheitskräften festgenommen, nachdem sie einen Einbruchsdiebstahl im benachbarten Bauernhof verübt hatte.

(B.Kremer, W.Kienreich)



Stephans Therapieversuche an unheilbar Astrosüchtigen stießen mitunter auf unerwartet heftigen Widerstand ...

(Stephan P.)



Birgit Kremers Ausrüstung ist speziell auf die Bedürfnisse ihrer Teleskope abgestimmt

(W.Kienreich)



Der 160-Zoll-Newton wird eingeflogen - man beachte den etwas verloren wirkenden Telrad-Sucher

(W.Kienreich)



Der medizinische Beweis für die Wirkung von W.R.s Psi-Strahlen... gesund (l.), nach einigen Einkäufen (r.), Endstadium (u.)

(W.Kienreich)



Wolfgang Kienreich legt letzte Hand an sein gerade noch portables Solarkraftwerk, das seine CCD-Ausrüstung mit Strom versorgen soll

(W.Kienreich)



Der Stromverbrauch der neuen EQ27-Montierung ist enorm. Nach Kundenprotesten liefert der Hersteller nun werkseitig ein transportables Nuklearkraftwerk mit.

(W.Kienreich)



Ups, da ist Walentina etwas aus dem Okularauszug gefallen...

(W.Kienreich)



Immer wieder fallen Anfänger auf Händlerversprechen herein - hier wurde einem gutgläubigen Menschen ein `Doppelreaktor' verkauft ...bloß, wo ist jetzt der Okularauszug?

(W.Kienreich)



Hier die im letzten SuW empfohlene `einfache Testanordnung zur Bestimmung der optischen Qualität, die jedem ambitionierten Amateur bekannt sein sollte". W.R. aus M. dazu: `Ab sofort testen wir alle Neugeräte so, damit der Kunde sicher sein kann Qualität zu kaufen'.

(W.Kienreich)



ALBiREO musste sich im Vorfeld des Treffens aufgrund zahlreicher Presseberichte ausdrücklich von Gruppen militanter Lichtverschmutzungsgegner distanzieren

(W.Kienreich)



Wie schon vor 20 Jahren machen sich mit Markteinführung der neuen Synta-Montierung EQ27 ganze Containerladungen auf den Weg zu Händlern nach Deutschland.

(W.Kienreich)



Im Rahmen des Naglerweitwurf-Wettbewerbes wurden hervorragende Leistungen erbracht. Das Einsammeln der geworfenen Objekte gestaltete sich allerdings aufgrund der erzielten Weiten etwas umständlich.

(W.Kienreich)



Antiquitätenspezialist Jürgen Schmoll (Lord Durham) konnte günstig eine `echt gute' gebrauchte Optik erstehen. Jedoch: Die GPDX-Montierung scheint trotz zusätzlicher Gegengewichte überlastet. Unser Tip an Sir Jürgen: Versuch's doch 'mal mit der neuen EQ27!

(W.Kienreich)

Kärnten - Aus 47 Ländern treffen hunderte Amateure zum alljährlichen Höhepunkt der Astrosaison, dem ALBiREO-Jahrestreffen auf der Almhütte ein. Zwei Kräne stellen den 160-Zoll-Dobson auf, der diesmal den Sieg als größtes anwesendes Teleskop davonträgt. Veranstalter Wolfgang Kienreich steckt seine seit dem Vorjahr belichtende ultra-super-dolle CCD-Kamera ab und erklärt stolz: "Ein Jahr belichtet und noch immer kein einziges e- Dunkelstrom!"

Nachdem der mittlerweile ergraute, fünfköpfige Rat der Gründungsmitglieder in einer ergreifend vorgetragenen, kurzen (3½ Std.) Rede von Tom Rainy die Anwesenden und besonders das 10.000ste Mitglied begrüßte und in einer feierlichen Zeremonie das Mitgliedschildchen aushändigte, öffnete W.R., der mit fünf Tiefladern sein gesamtes Gebraucht-Warensortiment heranschaffte, seine bescheidene Ausstellung. Dass unser Tom oftmals bei seiner Begrüßungsrede von BilligRÖHRen zum schuppenköpfigen WaldRÖHRling abschwenkte, wurde ihm genauso verziehen wie Klarinettos Versuch, der Rede durch Untermalung mit seinem neuen viereinhalbzölligen Holzblasinstrument den entsprechenenden künstlerischen Rahmen zu geben.

Ein stiller Herr, das Haupt mit einem geknoteten Taschentuch vor der Sonne geschützt, hat sich in die hinteren Reihen zurückgezogen und reibt sich nachdenklich den grauen Bart: "Wenn ich damals die Geburtsanzeige von ALBiREO sofort gelöscht hätte, wären wir heute nicht hier..."

Ein Herr BDBrümmer ließ das 523ste Update der Geburtstagsliste verteilen, die sich allerdings längst erübrigte - denn etwa 30 Albireos haben heute Gerburtstag und wurden dementsprechend mit 9970 Mails beglückwünscht. Alle anderen wünschten sich in alter Tradition viel Glück zum Nichtgeburtstag!

Unten auf dem See tuckert das wunderschöne ALBiREO-Boot heran. Tommes hat es gerade noch rechtzeitig lackieren können und steuert es nun selig von oben fern. Ihm ist es ganz egal, dass inzwischen Wolken aufziehen!

* * *

Im Hinterzimmer tagte unterdessen, mit Simultanübersetzung in 143 Mundarten, zum 17.Mal das Kommittee der Herausgeber von "Der Amateur-Astronom. Ein deutsch-deutsch-deutsch-österreichisch-deutsch-englisch-spanisches Wörterbuch, unter besonderer Berücksichtigung der Lausitz. 583 Seiten, 17000 Stichwörtern, 3126 Abbildungen und 8 Farbtafeln." Wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen verlautete, sollen nur noch etwa 23400 Übersetzungen von 8700 Stichwörtern in 97,3 Dialekte in Einzelheiten strittig sein. Das Subsubkommittee "Fockelpinne" des Subkommittees "Amateurastronomisches Zubehör" benötigte einen eigenen Neben-Saal, aus dem vielfach lautes Stimmengewirr und zuweilen gar Gläserklirren zu hören gewesen sein soll.

Dichtes Gedränge um den Stand mit Fanartikeln: Die mittlerweile verfügbaren T-Shirts fanden ebenso reißenden Absatz wie die spechteltaugliche ALBiREO-Wollunterwäsche in orange-blau mit vergrößertem Eingriff vorne (damit man auch mit dicken Handschuhen...).

Unvergesslich: der ALBiREO-Abgeordnete aus Papua-Neuguinea mit seinem aus Bambus gebauten 3" f/37 Einlinser mit einer raffinierten Montierung aus halbierten Kokosnüssen; der Vertreter der Inuit (Eskimo), der leider mit leeren Händen kam, da sein aus einem Eisberg herausmodellierter 25"-Eisspiegel unterwegs geschmolzen ist, und der Pygmäe mit einem 4" f/5-Dobson, der auch ohne Leiter benutzt werden kann.

Aber auch aus heimischen Gefilden waren innovative Bastelideen zu sehen: Franz von der OAAS stellte seinen ersten Ganz-Multiplex-Holz-Gitter-Dobs vor. Den zunächst spöttelnden Anwesenden entrang sich ein erstauntes Wow, als er die 99%ige Reflexion des sogar noch unbeschichteten hochglanzpolierten Hart-Holz-Spiegels nachwies.

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Das Veranstaltungsprogramm war wieder einmal so reichlich wie nie zuvor:
- Lotz richtete den jährlich schwieriger werdenden Thriller-Marathon aus: Wer kann alle Thriller der letzten 240 Monate in einer Nacht sehen?
- Birgits Gerätepark stellte sich einer Podiumsdiskussion zum Thema: Dein Teleskop, das vernachlässigte Wesen!
- JochenEds 3D-Diavortrag "20 Jahre ALBiREO On Tour!" fand größte Beachtung. Anhand der historischen Aufnahmen werden gerade Wachsfiguren der berühmtesten Albireos zu Zeiten ihrer größten Schaffenskraft modelliert: Rohrspecht, der ohne Teleskop auf einmal doch empfindlich für niedrige Temperaturen ist. Bernd mit dem kleinsten Bierglas im Freistaate Bayern. Galileo vor seiner Unterleibstransplantation...
- Veteran Frank W.-P. hielt zwei Kurzvorträge: Wie ich erfuhr, was eigentlich ein STERN ist und Die Bedeutung des Führerscheins für die Astronomie als Hobby.
- Unter vielen Infoständen hervorzuheben war Ulrikes Medizin-Ratgeber-Theke: Erste Hilfe bei Unfällen mit dem Teleskop. Was ist zu tun, wenn man sich den OAZ beim Scharfstellen ins Auge rammt, das Gegengewicht auf den Fuß fällt oder die Wange beim Blick in den Sucher am Tubus festfriert?

* * *

Auch die praktischen Übungen kamen nicht zu kurz!
- Gerhard stellt eine neue Methode zur Stromgewinnung im Feld vor: Ein zwei Meter hohes (web)Hamster-Laufrad.
- Stefan G. (unvergessen sein Auftritt auf dem 10. Jahrestreffen mit NOSE, dem von einer Rübenbatterie betriebenen mobilen Radioteleskop, mit dem die ersten Signale von Außerirdischen empfangen worden waren) unterwies Freiwillige im Sternesehen unter bedecktem Himmel. Der Laternenpfahl muss jetzt ausgebeult und nachlackiert werden.
- Der Rohrspecht bot ebenfalls ein praxisnahes Seminar an unter dem einprägsam kurzen Titel: Wie finde ich in einem Lastwagen voller Okulare in Minutenschnelle für ein gegebenes Objekt, bei gegebener Brennweite und gegebenem Öffnungsverhältnis und gegebener Montierung mit oder ohne Nachführung, bei gegebenem Zustand meiner Bandscheiben und bei gegebenem Seeing zwischen 1 und 5 Bogensekunden das für genau diesen Zweck optimale Okular? Teil 1, für Nicht-Brillenträger. Der zweite Teil ist für 2027 vorgesehen, Voranmeldung verpflichtend.
- Ganz klassisch dagegen Rolf Nicolays Demonstration, wie man mit seinem ASTRIUM - "Achromatischer Sechsxtant Trennt, Reduziert, Interpoliert bis Unter Mikrobogensekunden" - die Eigenbewegung der Hyadensterne schon innerhalb einer Nacht freihändig nachweisen kann. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Jeannie vorher das Seeing auf 0,0000003 Bogensekunden herunterzaubern konnte. Trotz Hilfe von Vincent, der inzwischen Band 138 der Harry-Potter-Saga verschlungen hat (längst hat ja die Rowland-Society die altehrwürdige sächsische Karl-May-Gesellschaft aufgesaugt), gelingt ihr das aber nur in einem von 983649736591 Versuchen; meistens kommen eher so 8,3'' heraus - oder es regnet Legosteine (aus denen sich don Juan de Herschel dann eine neue Montierung zu bauen versucht).
- Nina, Manuel und Vincent v.G. gaben Zeichen- und Malunterricht unter Michael K.'s geduldiger Oberaufsicht.
- Ein grüngekleideter Stephan führt eine begehbar-drehbare Sternkarte vor, die nunmehr keine der irritierenden Skalen mehr aufweist und von den Albi-Kindern begeistert als Karussel angenommen wird.
- Die ATM-Szene ist bestens vertreten mit Winfrieds Kurs: Große Keramik-Parabolspiegel selbst gedreht auf der Töpferscheibe! (Mehr dazu siehe unten.)

Ein wenig aus den Fugen geriet der für den zweiten Tag geplante Vortrag "Linsentrübungen unter besonderer Berücksichtigung amateurastronomischer Anforderungen" von Michael K., gedacht als vorsorgliche Darstellung der Symptome des grauen Stars für alternde ALBiREO-Gründungsmitglieder. Der Referent staunte jedoch nicht schlecht, als der Vortragssaal zwar voll besetzt war, allerdings nicht vom gebrechlichen Bedienpersonal, sondern vielmehr von hunderten erwartungsvoll blickenden Refraktoren der ALBiREO-Stationen. Der Redner ließ sich nicht lumpen und berichtete von seinen reichlichen Erfahrungen, die er im Laufe der Jahre beim Zerlegen unzähliger Linsengruppen sammelte. Viel Beifall erhielt ein kleiner Bericht über einen Satz verlorengegangener Abstandsplättchen eines 12"-Zeiss-Vierlinsers, die kurzerhand durch ein paar Streifen Wrigley's Spearmint (ungekaut, an beiden Seiten nur angeleckt zur Fixierung am Linsenrand) ersetzt wurden. Als diese Objektivvariante seinerzeit durch die Foren von astronomie.de ging, hatte Ulrich Hennecke in ein abgelegenes Kloster zurückgezogen. Das Auditorium gedachte in einer Minute des Schweigens dem Schöpfer des Astro-Aphorismus.

* * *

In den vorangegangenen Monaten hatte die Gerüchteküche wieder gebrodelt. Welche technische Neuerungen würde es dieses Jahr erstmals zu kaufen geben? Um das Jahr 2000 hatte der Discounter L..l-T...bo (damals nur L..l) sein berühmtes L...scope eingeführt, das inzwischen von Takahashi nachgebaut wird, und 2001 war der Apocorrektor von Aries/APM erschienen, hauptsächlich interessant für Besitzer von Starfire-APOs verkauft, damit die auch mal das schöne bunte Chroma um die Planeten sehen können. 2003 hatte A..i mit seinem A..iscope zurückgeschlagen. Das war der Anfang - wie jeder weiß - der beiden großen Astrohandelshäuser L.-T. und A. (Lebensmittel verkaufen seitdem nur noch P..ny und Pl.s). Beide bieten hauptsächlich Produkte eines einzigen Herstellers aus Ch. an und unterbieten einander mit immer neuen Abverkaufsaktionen. Die Sensation dieses Jahres sollte die EQ-27 werden. Es handelt sich um eine freischwebende, 6 Stockwerke hohe Montierung aus einer Tritanium-Poly-Legierung. Die Plattform auf der Deklinationsachse bietet Platz für 60 Hobbyastronomen mit ihren Röhren und ist über ein Treppenhaus in der RA-Achse zu erreichen. Die Beobachter sind mit Bungee-Seilen an der Plattform gesichert, denn nach 1,5 Stunden Spechteln schafft es niemand mehr, sich auf der Plattform zu halten. Der Abstieg wird so zu einem besonderen Gaudium.

Doch am zweiten Tag des Treffens kommt es unerwartet zum Eklat. Die Firma Synta, die vor zehn Jahren die Firmen Vixen, Takahashi, Meade, Tasco (früher Celestron), Zeiss und Borg aufgekauft hat, präsentiert ihren neuen 12" ED Apo. Die ersten, die lechzend und hysterisch mit dem Schlachtruf "kaaaauuu-fen" auf den Lippen auf das bisher einzige Exemplar zurennen, sind der Rohrspecht und der Mad Hatter. Der Rohrspecht macht lautstark Anspruch geltend, der erste Käufer zu sein, schließlich hat er sich vorher wochenlang im Cyberspace über das Teil kundig gemacht. Er spürt daraufhin Toms Fehdehandschuh auf der Wange. Beide lösen sogleich die Gegengewichtsstangen aus ihren Montierungen und benutzen sie im Duell als Streitkolben. Ein Händler schreitet dazwischen und ruft: "Jetzt wartet halt a mal zua! I kriag nächste Woch 50 von den Apos nei. Die prüf i euch am künstlichn Stern, und dann mach i euch a an Super Preis!"

Doch noch hat Synta nicht alle Teleskophersteller assimiliert - mit neuen Produkten (Maksutovs, Maksutov-Cassegrains, Mak-Newtons, Mak-Klevzovs, Mak-Cassegrain-Klevzovs, Mak-Cassegrain-Klevzov-Newtons, sowie dem Makschmidtcassegrainschiefspiegleryolo mit dreifach obenliegender Nockenwelle und nicht zu vergessen dem Palmtop-Programm "Wie nenne ich meinen Maksutov richtig?" waren auch die russischen Firmen Intes, Intes Mikro, Intes Nano, Intes Femto, Intes-Siberia sowie aus der Ukraine die Firmen Aries, Taurus, Gemini und Cancer wieder aufsehenerregend vertreten.

* * *

Wie so oft fand sich das wahre pralle Leben in den kleinen Ereignissen am Rande. Sir Jürgen (vor dessen Zelt ein Mobile aus drei Herzschrittmachern sanft im Wind pendelt) verhandelte verbissen mit einem benachbarten Bauern über den Ankauf eines alten Traktorscheinwerfers. Sir Jürgen im Interview: "Parabolisiert ist das Ding schon, einfach ein Rohr drumherum gebaut und das wird ein historisches Teleskop!"
Don Juan Herschel wurde beim Versuch, mit der Säge einen Weihnachtsbaum zu fällen, ertappt. Abgesehen von den Geräuschen, die zuerst an einen winterschlafhaltenden APO erinnerten, war er nicht zu übersehen, denn - mitten in der Nacht wird es plötzlich taghell: Dieter und Andi demonstrieren an Wolfis Künstlicher Sonne, wie man Sonnenzeichnungen und -fotos macht. Tagsüber dienten viele Röhren als umweltfreundliche Sonnen-Grills.
Eine gewisse Birgit K. wird festgenommen, als sie in die Speisekammer eines naheliegenden Gehöfts einbricht. Die Delinquentin am Tatort: "Ich wollte doch nur ein bisschen Kaiserschmarrn, und bei uns war er alle". Besonderen Anklang findet der Vortrag "Phänomenologie der neurotischen Astroerkranungen" von Stefan M. Danach waren sich alle einig: Kein Astro ohne Wahn, und meine Krankheit ist die beste. Händler W.R. aus M. dazu: "Das sag' ich schon seit langem: Da müssen die doch wahnsinnig sein, sehen eh dass ich mir schon goldene Kloschüsseln montiere und kaufen immer noch wie die De**en." Zu den helmartigen Konstruktionen auf den Köpfen vieler Anwesender, die angeblich dazu dienen, Psi-Strahlen abzuwehren, meinte er nur "kein Kommentar". Auch an die sportliche Betätigung wurde gedacht: Ein Gaudium der besonderen Art war das Dobsonkriechen mit Klarinetto, der diese von ihm initierte Disziplin zum 18. Mal in Serie souverän gewann. Die Konkurrenz war noch dabei, den Hauptspiegel abzumontieren, als er sich bereits mit großem Geschick am Fangspiegel vorbei dem Ziel zuwand. Keine Konkurrenz in der 16-Zoll Klasse... Großes Interesse fanden auch die übrigen sportlichen Einlagen wie der Nagler-Weitwurf, das "Unter-den-Tisch-Saufen" der Russischen Röhren und das Takahashi-Mikado.

Dieter B. (nicht zu verwechseln mit dem immer noch berühmtesten deutschen Texter, Komponisten und Sänger Dieter B.) verfolgte das ALBiREO-Treffen per Videokonferenz von einer sonnennahen Umlaufbahn aus. Dort, auf der Terasse seines Sonnensatelliten "DiSoSa", arbeitete er an seinem neuesten Projekt ("Grenzschichteffekte in den Randzonen von Sonnengranulen. Eine Beobachtungsanleitung für 2"-Refraktoren"). Den Satelliten hatte Dieter erst vor kurzem günstig auf Ebay ersteigert. Dieter richtete eine Grußadresse an alle Albis, in der er bedauerte, dass bei dem großen Umfang seiner Projektarbeit die Geburtstagsliste nicht immer pünktlich ins Netz kommt und zuweilen kleine Fehler enthält.

So um Mitternacht denkt man auch mal ans Spechteln. Leider ist die Himmelsaufhellung recht groß. Lediglich die Wega ist zu erahnen. Am Himmel glitzern mit -14m "CocaCola"- und "SONY"-Schriftzüge. Kurz darauf taucht ein Ufo auf und landet auf der Alm. Ein außerirdischer Hobbyastromom vom 51-Pegasi-System steigt aus und keift: "Könnt ihr Erd-A....löcher endlich mal eure verdammten Skybeamer ausschalten?" Daraufhin sagt ein ALBiREO-Gründungsmitglied (das immer noch wie 45 aussieht): "Nächstes Jahr veranstalten wir das Treffen bei mir in Marbella. Da ist es wenigstens noch einigermaßen dunkel." Der Mad Hatter versuchte sich an dieser Stelle die logistischen Probleme des Transports von 320 Güterwagen Kaiserschmarren von Kärnten nach Andalusien vorzustellen. Er hätte freilich gut daran getan, vorher von der Leiter des 160-Zoll-Dobson zu steigen... Wie wir aus dem Uni-Spital Graz hören, geht es ihm den Umständen entsprechend gut.

* * *

Unserem rasenden Reporter gelang es, die Anwerbung des 10001. Mitglieds im Nichtverein zu belauschen. Anscheinend wollte Kurt nicht länger das letzte Nichtmitglied im Mitteleuropa sein! Um wenigstens einigermaßen in den Rahmen zu passen, überklebte er, während er sich unbeobachtet wähnte, die Preisschilder an seinen CZJ Geräten - die Sticker hatte der als Mad Hatter bekannte Pate "organisiert". Sie zeigen die Flagge von Groß-China (blau-schwarze Tuben auf rotem Grund, und ganz klein in der Ecke "Sponsored by WR").

* * *

Anhang - ein kommentiertes Inhaltsverzeichnis des Spiegeltöpferkurses:
"Ich möchte euch heute, nach der Fertigstellung meines 25zigsten Parabolspiegels, etwas davon vermitteln, was es bedeutet, den Parabolspiegel selber in Angriff zu nehmen. Ich möchte meinem Kurs ein Wort von C.Morgenstern vorausschicken:
«Laß die Moleküle rasen,
was sie auch zusammenknobeln!
laß das Tüfteln, laß das Hobeln,
heilig halte die Ekstasen!»

Ja, die Moleküle anzuordnen ist das Ziel des Parabolisieres, und sein Unterfangen beginnt schon bei der Besorgung der basalen Utensilien zum chaotischen Unterfangen auszuarten.
Also zuerst braucht der (engagierte, ernsthafte Amateur -halt- das ist nicht das MEADE-Seminar) Entschlossene guten Ton.
Zunächst müssen die gelben Seiten gewälzt werden und das nächstgelegene Tonwerk gefunden werden und dann in langen Telefonaten dazugebracht werden, nicht in Europalleten-Stückelung sondern nur 40-50kg Ton für den geplanten 1,5m Spiegel zu liefern.
Dann hat der Entschlossene die nächste Hürde in Form der Berechnung der Spiegeldaten und die Abstimmung der eigenen Anforderungen an das Erreichbare zu nehmen. Also was soll der Spiegel alles bieten:
1. Krachscharfe Planetenbilder
2. Okularstutzenansatz auf Stehhöhe
3. Entfernung von Himmelsaufhellung
4. Faltbarer Hauptspiegel, damit er noch durch die Tür passt
5. Gesamtgewicht unter 10kg
6. Belichtungszeiten unter 0,10 Sekunden
7. Vignettierungsfreier Blick bis zum Eulennebel
Zu 1.: Die Planetenbilder werden aus dem Internet geladen und mit Giotto auf den Sekundärspiegel projiziert (auch mit Tee). Hierzu muss noch eine Chilisauce und ein wenig METALLICA oder GUANO APES gemischt werden und schon haben wir krachscharfe Planetenbilder.
Zu 2.: Daraus ergibt sich eine Geometrie von f/1:1,12. Die Pfeiltiefe liegt bei ca. 35 Lichtjahren.
Zu 3.: Die Himmelsaufhellung wird durch die Verwendung von Veloursfolie als Träger für die Spiegelschicht weggeschluckt.
Zu 4.: Die Klappbarkeit wird durch die Verwendung von Edelstahl-Klavierleisten (Klarinetto besorgt alles) und die Segmentierung des Spiegels erreicht.
Zu 5.: Das Gesamtgewicht bleibt unter 10kg, weil als Trägermaterial doch nicht der Ton, sondern Styropor zum Einsatz kommt. Styropor hat außerdem die positive Eigenschaft, bei Erfrierungsgefahr am Spechtelort auch als Iso-Matte genutzt werden zu können. Durch die Klappbarkeit des Spiegels kann der geschickte Amateur auch ein Kleinzelt daraus errichten.
Zu 6.: Die Belichtungszeit für Deep-Sky-Aufnahem von Sh 146 kann unter 0,1 Sekunden gehalten werden, wenn die Parabolisierung bis auf Lamda/2000stel erfolgt. Dies ist nur durch sorgsames und geduldiges Kämmen der Veloursfolie in Rotationsrichtung der Photonen möglich, aber nicht unerreichbar. Man nimmt zur Prüfung der Haarausrichtung am besten den DOLL-0-Test oder, wer es ein wenig lockerer möchte, auch den BIT-10-Test.
Zu 7.: Hier kann man nur sagen, runter mit der Obstruktion. Wir sollten eh daran arbeiten, soviel Abschattung wie möglich zu entfernen. Also mindesten einen 12"-Okularauszug mit 16fach Crayford-Design Friktionsantriebsspindeln und Autofokusschnittstelle zur späteren Erweiterung um die ST25E-XXL mit Vierfach Peltierkühlung und AutoguidingfokusLX200kompatiblem SKYSensorprotokollAdapter mit Java-Schnittstelle, damit auch im Internet die im Dunkelstrom verhedderten Elektronen noch fokussiert werden können. Näheres zu diesem Equipment wird Wolfi gerne weitergeben.
Die Herstellung des Spiegels wird dann mit Raspeln und Sägen angefangen, und nach einiger Zeit und Geduld wird auch dieser Spiegel schlussendlich die Schönheiten des Nachthimmels zeigen können. Ein paar Kratzer sind hier leicht zu verschmerzen, weil es ja ein selbstgebautes Präzisionsinstrument ist. Und... eigentlich ist dies erst der Ausweis dafür, dass nicht einfach schnöde nur ein Spiegel von A..I gekauft wurde. Das kann ja jeder..."


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© Wolfgang Kienreich und zahllose kleine Helferlein, Dezember 2001 - Februar 2002 - Juni 2021
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