[ ALBiREO Beta-Cygni.org Home | Club: Info / Röhrenheime / Good Stuff Good Stuff | Galerie | Links ]
[[ Unverzichtbares / Histörchen / ]]
[[[ Fauna / R.A.A. / Erfindungen / Sterne / Betrug! / Insel / ... / Up ]]]

ALBiREO-Banner

Was ist R.A.A.?

Da in letzter Zeit der Zulauf zu ALBiREO aus dem westlich(st)en Rheinland kommt, möchte ich mal die Besonderheiten der R.A.A. (RheinischeAlkoholAstronomie) erläutern:

Vor Jahrmillionen entstand zwischen den Höhenzügen der Eifel und den Niederlanden gelegen das Rheinland.

Als dieses Land kurz nach seiner Entstehung einen Moment zarathustrischer Selbsterkenntnis hatte, versank es schon vor Scham über sich selbst im Erdboden (also in sich selbst): Die niederrheinische Tiefebene war entstanden! Gott aber erzürnte ob dieser Eigenmächtigkeit seiner Schöpfung und entsandte forthin die NiederRheinischeWolkendecke als ewige Strafe. Diesen Unbillen zum Trotz siedelten Menschen in diesem Landstrich, und benannten ihn ehrfurchtsvoll nach diesem göttlichen Zeichen: NRW.

Die Menschen in diesem kargen Landstrich begannen, sich im Frühjahr rituell mit Alkohol in einem meditativen Zustand zu versetzen. Einigen gelang es, in dieser Trance tatsächlich einmal Sterne zu sehen. Diese prophetischen Seher wurden von den Angehörigen ihrer Stämme zu deren Anführer bestimmt und "Prinz" genannt.

Um alle Angehörigen des Stammes an den Sternvisionen teilhaben zu lassen, besonders auch die Zweifler und Häretiker, veranstalteten sie nun aufwändige Prozessionen: Die Stammesmitglieder stellten sich an den Straßen auf, und versuchten, durch Alkohol und meditative Gruppengesänge in Trance zu geraten. Der Prinz fuhr nun in bunten Wagen an der meditierenden Menge vorbei, um durch die Anwesenheit seines Geistes die Trance seiner Stammesangehörigen zu steigern. Dies gelang nicht immer, die Stimmen der Zweifler und Häretiker mehrten sich. Also versuchten die Propheten (Prinzen) nun bei den Prozessionen, das Erleben von Sternen dadurch zu herbeizuführen, dass sie lautstark Mantras mit den Stammesangehörigen ausriefen (wie z.B. das vermutlich aus dem Orient stammende "Alaa -f"); und sie bewarfen gezielt die Köpfe der Stammesangehörigen mit Brocken aus hartem karamelisiertem Zucker! Der Erfolg muss überwältigend gewesen sein, denn dieser urzeitliche Brauch hat sich bis heute erhalten.

Eine kleine, intellektuelle Elite aus dem Kreise der Häretiker aber versuchte, die Geheimnisse des Himmels zu enträtseln, und machte sich Gedanken über technische Hilfsmittel, um Sterne auch außerhalb des Frühjahr-Alkohol-Ritus erleben zu können. Denn neben Glaubensfragen und politisch-philosophischen Fragestellungen waren es vor allem die profanen Nebenwirkungen des Ritus, der den Häretikern starken Zulauf bescherte. Mein Vorfahr, Zacharias Jansen, mochte weder Kopfschmerzen noch Rollmöpse und erfand daher kurzerhand im holländischen Exil das Teleskop. Abgesandte der intellektuellen Zirkel der rheinischen Stämme pilgerten nach Holland, um betrachten dort begeistert die Sterne des Himmels mit Hilfe der neuen Erfindung.

Nun dachten sie, dass wenn sie diese Erfindung mit in das Rheinland nehmen würden, könnten die Menschen dort die wirklichen Sterne sehen, und so würde die Macht der herrschenden Prinzen gebrochen und dem unseligen Ritus ein Ende gemacht. Doch ach, sie bedachten nicht, dass sie im Rheinland ja mit dem göttlichen Fluch der NRW (NiederRheinischenWolkendecke) belegt waren. Sie scheiterten in ihrer Mission! Auch sie mussten sich erst mit Alkohol in einen meditativen Zustand versetzen, um Sterne zu sehen.

Allerdings blieben sie Häretiker, der Massenritus war ihnen jetzt supekter als je zuvor, was nicht nur am Lichte der Erkenntnis lag, das ihnen in Holland zuteil wurde, sondern auch daran, dass sich die kultischen Handlungen immer mehr ausweiteten: Mittlerweile gehörten auch das Tragen seltsamer Gewänder, wahlloses Kopulieren und Ablegen jedweder zivilisatorischer Verhaltensmuster zum festen Ritus! Die Häretiker nun, um der Verfolgung durch die gefürchteten Prinzengarden und der Verurteilung durch die Tribunale der Elferräte zu entgehen, trafen sich immer wieder in entlegenen Winkel des Landes mit ihren Teleskopen, um dort unter ihresgleichen den reformierten Alkohol-Ritus zu zelebrieren. Zwar bestand nach der Aufklärung und der Säkularisation kein Zwang mehr, sich auf Wiesen und Hängen im Schutze der Nacht zu treffen, doch hielt man diesen Brauch aus Gründen der Traditionspflege fest. Über die Jahrhunderte ging vieles dieser Sitten und Gebräuche verloren; nur wenige Spezialisten verstehen sich noch darauf, die RheinischeAlkoholAstronomie zu praktizieren.

Diese Experten jedoch können auf Jahrhunderte altes, von Generation zu Generation mündlich und schriftlich überliefertes Geheimwissen zurückgreifen, um die Abläufe des Kultus zu optimieren. Am ESO beispielweise wird das so gelöst: Rotwein wird z.B nur noch in größeren Gebinden gekauft (min. 5 Liter), außerdem wird der Stoff strategisch geschickt verteilt. Um von diesem Rechner zum Teleskop zu gelangen, muss ich durch die Küche. Dahinter ist ein kleiner Flur, von dem aus ich auf die Terrasse gelange, die wiederum zum Carport führt, in dem der Starfinder steht. In Der Küche steht der Rotwein (Vino tinto, Grüße nach Spanien), und listigerweise im Carport, unmittelbar hinter dem Starfinder, stehen die Kästen mit dem Löwenbräu (Grüße an die Bierhauptstadt München). Ich kann nun wahlweise Alkohol trinken, um Sterne zu sehen; oder Sterne gucken, um Alkohol zu trinken!

Prosit!
 


[ ALBiREO Beta-Cygni.org Home | Club: Info / Röhrenheime / Good Stuff Good Stuff | Galerie | Links ]
[[ Unverzichtbares / Histörchen ]]
[[[ Fauna / RAA / Erfindungen / Sterne / Betrug! / Insel / ... / Up ]]]
© Jochen Jansen, 01.11.2001
Webhosting: Rohrspecht - webmaster@beta-cygni.org